Es gibt viel zu tun, damit Jena erfolgreich bleibt
18 10 25 Zukunftskongress Eroeffnung Wothly Jpg

Jenaer CDU veranstaltet Zukunftskongress


Etwa 80 Gäste fanden sich am Donnerstag im Schwarzen Bären zum „Zukunftskongress“ ein und folgten damit einer Einladung der Jenaer CDU, sich mit Vertretern der Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft über die künftige Entwicklung unserer Stadt auszutauschen. „Jena – eine phantastische Stadt mit Zukunft“, hatte der CDU-Vorsitzende Guntram Wothly die Veranstaltung eröffnet und die hohe Wirtschaftskraft, die guten Arbeitsplätze und die Lebensqualität in der Stadt hervorgehoben. Dem stimmte Christian Hirte, Ostbeauftragter der Bundesregierung, gern zu. Jena sei Modellregion, Vorbild und Leuchtturm, erklärte der Bundespolitiker in seiner Festrede. Wothly hatte allerdings auch darauf hingewiesen, dass diese Zukunft aktiv gestaltet werden müsse. Hierzu bestünden derzeit beste Voraussetzungen, da gegenwärtig Firmen wie Zeiss, Everpharma, DAKO und viele andere die größten Einzelinvestitionen in Jena seit 1989 vornehmen. Es sei allerdings nun die dringende Aufgabe der Stadt, für günstige Rahmenbedingungen zu sorgen, insbesondere bei der Gewerbeflächenentwicklung und der Ausweisung von Wohnbaugebieten, so Wothly.

Zur Entwicklung der Gewerbeflächen sprach Herr Uwe Feige von KSJ und verwies angesichts fehlender Flächen im Stadtgebiet auf Kooperationsmöglichkeiten mit dem Umland. Der Redebeitrag der Architektin Madlen Ziemer befasste sich mit der Ausweisung von Wohnbaugebieten. Insbesondere Flächen für Einfamilien- und Doppelhäuser würden benötigt. Um der Preisexplosion entgegen zu wirken, sollten Grundstücke nicht mehr nach dem Höchstgebot, sondern nach einem Konzeptvergabeverfahren verkauft werden, so die Referentin.

Für den praktischen Unternehmerblick kamen Herr Thomas Becker, Geschäftsführer der DAKO Jena, und Herr Dr. Michael Mertin, ehemaliger Jenoptik-Chef, zu Wort. Becker berichtete eindrucksvoll von den ambitionierten Wachstumszielen seines Unternehmens, zeigte aber auch auf, wo gerade in Jena kritische Nadelöhre bestehen: Neben der Gewerbe- und Wohnflächenfrage betreffe dies vor allem die Infrastruktur und den Fachkräftemangel, erklärte Becker. Dr. Mertin warf den Blick zunächst zurück und würdigte Lothar Späth für seine engagierte Aufbauleistung im Jena der 1990er Jahre. Diese Dynamik sei in den letzten Jahren zum Erliegen gekommen. Er freue sich, dass die CDU nun aus der Koalition der Stagnation ausgestiegen sei, ihr wirtschaftliches Profil wieder schärfe und ein klares Bekenntnis zu Wachstum und Investitionen ablege, so der ehemalige Jenoptik-Chef.

Am Ende der knapp dreistündigen Veranstaltung lud der Moderator und Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates Michajlo Kolakovic zur Diskussion und Fragerunde ein. Große Übereinstimmung herrschte im Saal über die Notwendigkeit des Wachstums und den Abbau von Investitionshemmnissen. Nicht nur Vertreter der Wirtschaft, wie Wilfried Röpke (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) oder Michael Holz (Goethe-Galerie), sondern auch zahlreiche Wortmeldungen aus der Gesellschaft forderten einen klaren Wachstumskurs, eine verbindliche Strategie und ihre konsequente Umsetzung. Der CDU-Vorsitzende versicherte, dass seine Fraktion die vorgetragenen Argumente und die gewonnenen Einsichten in die kommenden Stadtratsdebatten einbringen werde. Er stehe für ein klares Bekenntnis zu Wachstum und Investitionen, erklärte Wothly abschließend, trete aber dafür ein, dass Jena dennoch lebenswert bleibe. Hierzu gehöre auch, die Bürgerschaft am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Den Zukunftskongress bewertete der Politiker daher als großen Erfolg. Eine Fortsetzung ist für Anfang 2019 geplant.