zum Antrag der Linken für ein Werbeverbots für die Bundeswehr
Stein2

Unser Stadtrat und Reservist Bastian Stein widerspricht der Forderung der LINKE für ein Werbeverbot für die Bundeswehr auf kommunalen Flächen:

"Am Anfang steht der Auftrag und die Frage, wofür die Gesellschaft die Bundeswehr benötigt. Gegenwärtig sind das vor allem Landes- und Bündnisverteidigung, Beiträge zu internationalen Missionen und Katastrophenhilfe. Wenn die Aufgabe feststeht, werden hierfür die Mittel und das Personal benötigt. Gegenwärtig hat die Bundeswehr für ihre Aufgaben weder die Mittel noch das Personal. Das lässt sich regelmäßig in der Presse verfolgen mit nicht einsatzfähigem Großgerät, defekten Flugzeugen und fehlenden Stiefeln. Das liest sich für Unbeteiligte eher peinlich, ist für Soldaten aber frustrierend bis hin zu gefährlich im Einsatz.

Mit dem Wegfall der Wehrpflicht als Rekrutierungspool steht die Bundeswehr im Wettbewerb auf einem umkämpften Arbeitsmarkt und ist mehr als zuvor auf Personalmarketing angewiesen.

Der Versuch der Linken, die Personalwerbung und damit die Teilnahme am Arbeitsmarkt zu verhindern, ist unredlich und die Argumentation vorgeschoben. Es ist noch kein einziger Soldat gekommen und hat sich beschwert, dass er durch die Werbung getäuscht worden sei und er nicht gewusst hätte, dass dort auch gekämpft würde. Das Gegenteil ist der Fall.

Heutzutage wissen wir mehr und besser über die Arbeit in der Armee als jede Generation vor uns und das teilweise in Echtzeit. Noch nie war der Beruf Soldat so transparent, auch dank sozialer Medien. Legitim wäre es, mehr die Aufgaben der Bundeswehr zu diskutieren und was wir dafür brauchen, z.B. Sinn und Zweck der Auslandseinsätze. Das halte ich für wichtig. Solche Diskussionen scheut die Linke aber.

Als aktiver Reservist kriege ich mit, wie Soldaten dieser ideologische Ansatz frustriert. Das diskutierte Werbeverbot ist nur ein Teil einer Kampagne: Für den Beruf darf nicht geworben werden, als Gäste an Schulen und Hochschulen werden sie verbannt, der Eid auf das Volk soll nicht öffentlich und ohne Volk geleistet und die nötigen Mittel gekürzt werden. Die Uniform als Schreckgespenst. Die Forderungen der Linken vermitteln einem Soldaten das Bild, ein Pariah zu sein, in der Gesellschaft unerwünscht statt „Staatsbürger in Uniform“. So wird ein Keil zwischen Bundeswehr und Gesellschaft getrieben. Eine Armee muss aber in der Mitte der Gesellschaft stehen, fest verankert und treu und akzeptiert. Nur in der Mitte der Gesellschaft und aus der Mitte der Gesellschaft, auch mit jährlich steigendem Anteil weiblicher Soldaten und von Soldaten mit Migrationshintergrund, bleiben die gegenseitige Verbundenheit und Anerkennung, aber auch der Einsatzwille erhalten."