Startschuss für das neue Stadion
Stadion

Der Stadtrat hat sich in der vergangenen Sitzungsperiode für die umfassende Neugestaltung des Stadiongeländes entschieden – und er hatte gute Gründe dafür. Jena ist Sportstadt, und das gilt weit über den Herren-Fußball des FCC hinaus. Wir haben erfolgreichen Frauenfußball, zahlreiche andere Vereine, ein renomiertes Sportgymnasium und nicht zuletzt den Breitensport – alle nutzen Teile des Stadiongeländes und profitieren von der dortigen Sportinfrastruktur. Am Sportforum für gute Trainings- und Ausbildungsbedingungen zu sorgen ist eine zentrale Aufgabe der Stadt, zu der sich der Stadtrat eindeutig und zu Recht bekannt hat.

Meine Fraktion steht hinter der damaligen Grundsatzentscheidung, die seinerzeit breite Zustimmung im Stadtrat hatte. Dass jede Investition Geld kostet, war uns allen schon damals klar, aber es lohnt sich! Was aber auch klar ist, dass man durch Verhandlungen, kluge Planung und die Wahl der richtigen Vertragspartner dafür sorgen muss, dass die Stadt nicht über Gebühr belastet wird und das finanzielle Risiko überschaubar bleibt. Wie wir heute wissen, hat das Zentrale Projektmanagement hier ausgezeichnete Arbeit geleistet, für die wir außerordentlich dankbar sind. So ist vertraglich sichergestellt, dass hier nicht grenzenlos Gewinne abgeschöpft werden können und dass die Stadt im Krisenfall nicht auf den Kosten sitzen bleiben kann, wie dies bei anderen Stadionbauten landauf landab geschehen ist.

Mit ein paar Grundirrtümern möchte ich hier abschließend noch aufräumen. Es wird immer wieder davon gesprochen, es handle sich um einen kostspieligen Stadionneubau, der viel zu teuer sei. Das ist in dreifacher Weise irreführend.

- Erstens handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern höchstens um einen Umbau. Hier wird keine Arena auf die grüne Wiese gestellt, sondern nur ersetzt, was marode ist. Alles war instand zu setzen geht, bleibt. Es handelt sich also im Grunde genommen um die „Sanierung im Bestand“, die von der Grünenfraktion so gern gefordert wird.

- Zweitens kursiert immer wieder die Zahl von 50 Mio., von denen allerdings erhebliche Teile vom Land übernommen werden und der städtische Anteil hauptsächlich durch 25-jährige Ratenzahlung erfolgt. Außerdem sind in der Gesamtsumme Beträge enthalten, die nicht dem Stadion zuzuordnen sind, denn und das ist das

- dritte Missverständnis: Es geht nicht nur um das Stadion, sondern der gesamten Sportanalage mit Leichtathletikstadion, Infrastruktur und Angebote für den Breitensport.

Keine Frage – das Projekt bedeutet einen finanziellen Kraftakt. Es ist legitim und absolut angebracht, hier kritische Fragen zu stellen, wie dies die Grünenfraktion oder verschiedene Bürgeranfragen getan haben. Aber wir sollten ehrlich sein:

- Dazu gehört, dass wir schon jetzt für das marode Sportgelände jährlich 1 Mio. Euro aufbringen müssen, die man gegenrechnen muss.

- Dazu gehört auch, dass ein Ausstieg in dieser Projektphase wegen bereits eingesetzter Planungsressourcen und möglicher Klagen sehr teuer wäre.

- Dazu gehört, dass eine „Sanierung im Bestand“ kaum billiger wäre, denn die Maßnahmen entsprechen im Grunde genau dieser Forderung.

- Und dazu gehört schließlich, dass angesichts des baulichen Zustandes irgendeine Form der Sanierung kommen muss, wenn Jena attraktiver Sportstandort bleiben will.

- Und zu guter Letzt gehört auch dazu, dass sich der Stadtrat bereits mit deutlicher Mehrheit für den beschrittenen Weg entschieden hat.

Wir als CDU-Fraktion stellen diesen Grundkonsens nicht in Frage, wir danken dem Projektmanagement für die gute Arbeit und freuen uns auf die neuen Sportanlagen in der Oberaue, die Jena noch attraktiver machen werden. Wir stehen geschlossen hinter diesem Projekt!