Die Osttangente ist beschlossene Sache

CDU begrüßt wichtigstes Infrastrukturprojekt seit Jahren

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag wurde beschlossen: Die Osttangente kommt. Mit dem vierspurigen Ausbau der Verbindung zwischen Fischergasse, Angerkreuzung und Käthe-Kollwitz-Straße entsteht in den kommenden Jahren das wichtigste Verkehrsprojekt seit vielen Jahren. „Dies ist ein großer Tag für Jena und eine wichtige Investition in die Zukunft“, lobt Guntram Wothly (CDU) als Vorsitzender des beschließenden Gremiums die Entscheidung.

Jena erreiche mit dem Projekt drei wichtige Ziele gleichzeitig, so Wothly. So beseitige die leistungsfähige Trasse das Nadelöhr, das von Stadtbevölkerung und Einpendlern seit Jahren kritisiert wird. Gerade vor dem Hintergrund neu entstehender Wohngebiete im Norden und Osten der Stadt ist eine Erhöhung der Kapazitäten nicht länger verzichtbar, erklärt die Jenaer CDU, die an der Planung des Projektes seit 2003 maßgeblich beteiligt war. Der Anschluss der Tangente an das bereits geplante Parkhaus am Inselplatz löst gleichzeitig das notorische Parkplatzproblem und leistet einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Einzelhandels in der Innenstadt.

Zweitens gelingt es dem Beschluss, alle Verkehrsarten in ein integriertes Konzept der „Mobilität für alle“ zu vereinen. Neben der deutlichen Entlastung für den Autoverkehr entsteht ein durchgängiges Radwegesystem, das die Aspekte der Verkehrssicherheit und der zügigen Radmobilität berücksichtigt. Fußgänger können die neue Tangente durch entsprechende Querungsmöglichkeiten problemlos überwinden.

Als drittes Ziel schafft der Beschluss die Voraussetzungen für einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität. Neben der Schaffung umfangreicher Grünanlagen und Baumpflanzungen entlang der Trasse ermöglicht die Verlagerung des Autoverkehrs neue Räume für die Stadtentwicklung. Heute endet die Innenstadt am stark befahrenen östlichen Schenkel des Löbdergrabens. Dem Beschluss zufolge entsteht künftig zwischen alter Universität und neuem Campus am Inselplatz ein fußgängerfreundliches Areal mit hoher Aufenthaltsqualität, das den Innenstadtbereich bis an die neue Osttangente ausweitet.

Das Projekt stellt mit 21 Millionen Euro in finanzieller Hinsicht einen großen Kraftakt dar, der vor dem Hintergrund der finanziellen Situation unserer Stadt nicht leichtfertig gebilligt wurde, versichert der Ausschussvorsitzende. Allerdings sei ein Großteil der Summe förderungsfähig, sodass sich die Kosten für die Stadtkasse auf etwa 6 Millionen reduzieren ließe. Er ist sich jedoch sicher, dass die Baumaßnahme eine nachhaltige und unverzichtbare Zukunftsinvestition darstellt, die den Verkehr entlastet, die Wirtschaft stärkt und die Lebensqualität steigert. „Ein städtebaulicher Gewinn für die gesamte Stadt“, fasst Wothly zusammen.