CDU kritisiert Pläne für Mehrwegbechersystem als Grüne Symbolpolitik
Kahla

Preiswerter als im Werksverkauf

CDU kritisiert Pläne für Mehrwegbechersystem als Grüne Symbolpolitik


2000 Porzellanbecher aus Kahla möchte die Stadt an Jenaer Cafés verkaufen, um ein Mehrwegbechersystem für den beliebten Kaffee zum Mitnehmen zu etablieren.

Das am letzten Samstag in der Zeitung vorgestellte System ist sowohl unausgegoren als auch unpraktikabel. Für die Jenaer Christdemokraten ist es der falsche Ansatz, dass die Gastronomen die Becher von der Stadt abkaufen müssen. Die Wirtschaft darf nicht durch die moralisierende Symbolpolitik der Grünenfraktion gegängelt werden. "Die Umsetzung der Grünen Initiative auf Kosten der Geschäftsleute in Jena halten wir für den falschen Weg", bekräftigt CDU-Stadtrat Richard Machnik.

Hinzu kommt, dass die Becher für 20 € in der Tourist-Information angeboten werden sollen. Das wird letztendlich dazu führen, dass die praktischen und hochwertigen Pfandtassen aus dem Mehrwegsystem sehr schnell in den Privathaushalten der Stadt eine neue Heimat finden werden. "So preiswert bekommt man die Porzellanbecher nicht mal im Werksverkauf in Kahla" ist sich Machnik sicher. Es ist kaum vorstellbar, dass sich Gastronomen an dieser Kaffeetassenbeschaffungsmaßnahme für Studenten-WGs beteiligen werden.

Die Reduzierung und Vermeidung von Plastikmüll ist ein wichtiges und richtiges Anliegen, das die CDU-Fraktion selbstverständlich unterstützt. Die CDU setzt dabei allerdings auf eine Umweltpolitik mit Vernunft statt Ideologie.

Das von der Stadt geplante Mehrwegbechersystem ist das Resultat eines Antrags der Grünen-Fraktion. Sie hatten 2017 den damaligen Stadtentwicklungsdezernenten mit der Prüfung dieses Themas beauftragt. Das Ergebnis sollte dem Stadtrat bereits im 4. Quartal 2017 vorgestellt werden, was aber nicht erfolgte. Erst unter dem neuen Dezernenten wurde nun endlich ein Mehrwegbechersystem vorgestellt - leider nicht im Stadtrat, sondern über die Zeitung.