59 Jahre Mauerbau

Die geschlossene innerdeutsche Grenze und die Berliner Mauer sind Denkmäler der deutschen Zeitgeschichte. Sie stehen für ein politisches System, das seine Bürger einsperren, um ihre Emigration zu verhindern. Das Regime tat dies mit Gewalt, mit Stacheldraht, mit Selbstschußanlagen, mit Schießbefehl. Die Mauer ist gleichzeitig Sinnbild für die politische Unfreiheit in der DDR insgesamt. Wer seine Meinung sagte, wer sich konspirativ versammelte, wer seiner Religion nachging, oder wer einfach nicht in das ideologische Korsett des stalinistisch-sozialistischen Weltbild passte, wurde denunziert, verfolgt, verhaftet und eingesperrt.

Die CDU Jena ist dankbar, dass die Mauer und das damit verbundene diktatorische System überwunden sind. Heute steht die Mauer seit über 30 Jahren nicht mehr, und damit länger, als die 28 Jahre, die sie unser Deutschland teilte. Gerade in diesen Tagen ziehen wieder Revionisten und Geschichtsfälscher durch unsere Stadt und schreien jene kruden Ideologien heraus, für die die schmerzlichen Erfahrungen der Mauer stehen. Die Anhänger einer neuen "FDJ", die unser Jena als "vom Kapitalismus annektierte Stadt" "befreien" möchten, sind vor allem (manipulierte) Kinder und Jugendliche aus dem Westen.

Dies zeige, so der Kreisvorsitzende Guntram Wothly, dass die Erinnerung an die DDR-Zeit vor allem eine Bildungsaufgabe ist - und zwar im Osten und im Westen. "Schule hat die Aufgabe, junge Menschen auf das Leben vorzubereiten, ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und aus ihnen kritische Demokraten zu machen. Die FDJ stand genau für das Gegenteil. Das Wissen um das Wesen und die Realität in der DDR muss ein essentieller Bestandteil unserer Schulausbildung sein!", mahnt Gymnasiallehrer Wothly.