CDU schlägt Angebotsverbesserung der Saalebahn vor
Wothly Am Bahnhof Goeschwitz

Erhalt und Optimierung der Bahn zwischen Saalfeld, Jena und Halle/Leipzig

Die CDU Jena plant für die nächste Stadtratssitzung eine Initiative, die das Angebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zwischen Saalfeld, Jena und Leipzig/Halle stärken und langfristig sichern soll. Seit dem 2017 erfolgten Wegfall der stündlichen ICE-Verbindungen durch das Saaletal verkehren Regionalexpresse und -bahnen als Ersatz. Nach Leipzig reiche die Kapazität nicht aus, nach Halle lägen die Abfahrtszeiten ungünstig, beklagt CDU-Chef Guntram Wothly: „Nach Leipzig fährt nur alle zwei Stunden ein Zug. In der gleichen Zeit fahren drei Bahnen nach Halle, allerdings oft kurz nacheinander. Ein effizientes Angebot sieht anders aus.“

Zum Fahrplanwechsel 2023 wird eine neue zweistündliche IC-Linie durch das Saaletal nach Leipzig eingerichtet. Die Jenaer CDU und der Fahrgastverband PRO BAHN dringen darauf, dies zur Neuordnung des Nahverkehrs auf der Saalebahn zu nutzen. Würde die IC-Linie durch einen RE Saalfeld-Jena-Leipzig zum Stundentakt verdichtet und wechselten sich auch RE und RB nach Halle im exakten Stundenabstand ab, entstünde ein dichter SPNV-Takt zum ICE-Knoten Halle und zum Flughafenstandort Leipzig. Wenn der IC bis Leipzig und Saalfeld zusätzlich mit Nahverkehrstickets nutzbar gemacht würde, könnten Nahverkehrskunden den dauerhaften Bestand der Fernverbindung sichern helfen.

Die weitgehende Abkoppelung unserer Stadt vom Fernverkehr erfordert entschlossenes Handeln der Stadtpolitik und der Landesregierung. In Ost-West-Richtung wird bereits viel getan: Die Strecke wird zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, der Verkehr wird verdichtet, auch ein S-Bahn-Takt wird diskutiert. Dies darf jedoch nicht zu Lasten der Nord-Süd-Verbindung gehen, warnen CDU und PRO BAHN. Die Stärkung der Saalebahn vereint viele Vorteile: Sie verbessert unsere Erreichbarkeit des Ballungsraums Halle/Leipzig, erleichtert das umweltfreundliche Pendeln aus der Region Saalfeld/Rudolstadt und dem Saale-Holzland-Kreis, stärkt den Wirtschaftsstandort Jena und trägt durch ein besseres Mobilitätsangebot zur Lebensqualität in unserer Stadt bei.

Die CDU-Fraktion legt dem Stadtrat Ende Januar eine entsprechende Beschlussvorlage vor, die die Landesregierung auffordert, durch den Freistaat schnelle, gut getaktete Regionalzüge auf der Saalebahn zu bestellen, die jeweils eine Fahrtzeit von unter einer Stunde garantieren. Gleichzeitig soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, mit seinen Amtskollegen in Saalfeld, Rudolstadt, Kahla und Naumburg Kontakt aufzunehmen, damit deren Stadtparlamente gleichlautende Beschlüsse fassen. „Wir alle haben das gemeinsame Anliegen, die Anbindung unserer Region zu verbessern und dabei auf umweltfreundlichen SPNV zu setzen. Hier sollten alle politischen Fraktionen in Jena und alle Städte entlang der Saale an einem Strang ziehen“, wirbt Wothly für sein Vorhaben.